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Ein Klick im falschen WLAN – und mein ganzes Leben lag offen

Ich dachte immer, so etwas passiert nur anderen. Bis meine Bank mir schrieb, ich hätte gerade 1.240 € überwiesen.

Emma Müller

34, Mutter aus Hamburg. Hat am eigenen Leib erlebt, wie schnell ein gehacktes Handy alles verändern kann.

Ein ganz normaler Abend

Dienstagabend, kurz vor zehn. Mein Sohn schlief schon, ich saß mit einer Tasse Tee am Küchentisch und wollte noch schnell ein paar Mails für einen Kunden erledigen. Da unser Router Zicken machte, habe ich mich – wie so oft – mit dem offenen WLAN vom Café gegenüber verbunden, ohne groß nachzudenken. Postfach, Online-Banking, eine PDF-Rechnung von einem „Kunden". Ein ganz normaler Abend, an dem nichts darauf hindeutete, dass sich gerade etwas auf meinem Laptop einnistete.

Die SMS, die alles veränderte

Am nächsten Morgen, noch vor dem Kaffee: eine SMS von meiner Bank. „Zahlung über 1.240 € bestätigt." Ich hatte nichts überwiesen. Mir ist das Herz in die Hose gerutscht. Sofort angerufen – zu spät, das Geld war schon auf einem Konto im Ausland. Und das war erst der Anfang.

Als plötzlich „ich" schrieb – nur nicht ich

Noch während ich mit der Bank telefonierte, schrieb mir eine Kollegin: „Ist bei dir alles okay? Die Mail mit dem Link sah komisch aus." Ich hatte nichts geschickt. Ein Kunde hätte fast eine „geänderte" Rechnung mit neuer Kontonummer bezahlt. Insgesamt vier Kontakte bekamen Mails aus meinem Postfach – mit meiner Signatur, meinem Ton. Jemand saß mitten in meinem Arbeitsleben.

Die Erklärung, die mir die Sprache verschlug

Ein Bekannter aus der IT-Sicherheit erklärte mir: Wahrscheinlich war schon vor Wochen Schadsoftware auf meinem Laptop gelandet – über ein präpariertes PDF oder eine Browser-Erweiterung. Sie hat unbemerkt Passwörter sowie E-Mail- und Banking-Zugänge mitgelesen. Kein Ruckeln, keine Fehlermeldung, nichts. Genau das macht solche Angriffe so gefährlich.

Was ich seitdem anders mache

Ich habe mir das Antivirenprogramm installiert, das er mir empfohlen hat – mit Echtzeitschutz und Banking-Absicherung. Zwei Tage später hat es bereits einen weiteren Versuch blockiert, einen Keylogger zu installieren. Ohne diesen Schutz hätte ich es nie bemerkt.

Wenn du gerade denkst „mir passiert das nicht" – genau das habe ich auch gedacht. Prüf deinen Laptop jetzt, es dauert nur zwei Minuten.


Häufig gestellte Fragen

Kann man über öffentliches WLAN gehackt werden?

Ja, in ungesicherten Netzwerken können Angreifer Daten mitlesen oder Schadsoftware einschleusen, ohne dass man es merkt.

Woran erkenne ich eine Infektion?

Meist an gar nichts — deshalb hilft nur ein aktiver Scan, kein Bauchgefühl.

Reicht der Windows/macOS-Basisschutz nicht?

Er erkennt bekannte Bedrohungen, gut getarnte Schadsoftware oft nicht.

Was ist ein Keylogger?

Ein Programm, das im Hintergrund Tastatureingaben wie Passwörter mitliest.

Kann ich ein gehacktes Konto wiederherstellen?

Oft ja, aber mit viel Aufwand — vorbeugen ist deutlich einfacher.